Gesundes
Wohnen Institut für Baubiologie
Schriftreihe Nr. A1
Holz – Mensch – Gesundheit Eine enge, schicksalsmäßige Beziehung besteht zwischen dem
holz und dem Menschen- im Mit Holz brachte man die Empfindungen der verschiedene
Kulturepochen kunstvoll zum Ausdruck. Jahrhundertealte Bauten, Möbel und
Schnitzereien in aller Welt geben davon Zeugnis. Man denke nur an die in
Blockbauweise erstellten herrlichen Stabkirchen in Russland, Polen und Norwegen,
die teils über 800 Jahre den Witterungseinflüssen widerstanden haben. Als
besondere Sehenswürdigkeit gelten die zahlreichen Kultbauten aus Holz im Fernen
Osten. Man bewundert die Holzbaukunst in Japan. Die malerischen Fachwerkhäuser
geben vielen mittelalterlichen Städten ihr Gepräge und werden unter
Denkmalschutz gestellt. Ebenso ist es mit den uralten Blockhausbauten, die mit
ihrer gebirgigen , waldigen Umgebung wunderbar harmonieren.
Es ist etwas eigenartiges, Geheimnisvolles um diesen Bau- und
Werkstoff Holz Kein anderer Stoff steht in so enger, ursprünglicher Verbindung
zum Menschen. Was ist letztlich die Ursache dafür ?
Die Antwort auf diese Frage lässt sich nicht mit oberflächlichen,
sinnlichen, wissenschaftlichen Begriffen geben. Gefühlsmäßig, intuitiv haben
Künstler und Dichter immer wieder versucht, das Wesen des Holzes zu
erfassen. Dafür seien einige Zitate Beispielhaft erwähnt:
“Holz ist eine Inkarnation des Friedens“ (E. Dichter)
„Holz ist ein einsilbiges Wort, aber dahinter steht eine
Welt voller Wunder und Märchen.“
(Th. Heuss)
„Das ist etwas Geheimnisvolles. Kommt es daher, dass Holz,
ob auch noch so behauen und gestutzt und gehobelt, irgendwie lebendig bleibt? Es
hat gelebt, wie ein heimliches Etwas in uns noch immer lebt. Und man beachte,
wie selten man bei Menschen, die mit Holz zu schaffen haben, einen unglücklichen,
verbitterten Gesicht begegnet.“ (J. B. Priestley)
“ Hier ist ein Werkstoff, der natürlichste von allen, dessen
Anblick, dessen Geruch, dessen Dasein erfüllt ist von den Kräften des Werdens
und Wachsens. Noch in dem letzten rauen Brett wissen wir die Kraft des Waldes,
genährt von den Säften der Erde und erfüllt von der Sonne des Himmels. Die
Spuren der Jahre und Gezeiten trägt dieser Werkstoff in feinen Linien und
Zeichnungen an sich, und in dem er uns schützend und wärmend umgibt, legt er
ständig Zeugnis ab von der verschwenderischen Güte der Schöpfung.“ (H.
Grohmann)
Die Dichter versuchten das in Worte z fassen, was jeder
empfindsame, naturverbundene Mensch fühlt. Es sind nur positive Gedanken und
Empfindungen, die uns mit dem Holz verbinden: die Wunder und Märchen des
Waldes, der Rhythmus der Jahreszeiten, die Liebe zur Natur. Dazu zählen auch
jene wesenhaften ästhetischen Qualitäten, die das Holz einem Raum verleiht,
wie Atmosphäre, Harmonie, Ausstrahlung, Wärme, Geborgenheit, Besinnlichkeit,
Naturverbundenheit, angenehmer Geruch, lebendige Vielfalt und Schönheit von
Farben, Texturen und Anomalien des Wuchses.
Wer eine solche Charakterisierung des Holzes als unrealistisch, weltfremd
oder schwärmerisch abtut, übersieht die engen, psychisch-physischen
Verflechtungen im
Menschlichen Leben. Von jenen seelisch-geistigen Kräften
wurden doch zur allen Zeiten Kultur und Kunst , Friede, Freude Gesundheit und Glück
des Lebens geschaffen und getragen. Es zeugt von Primitivität und
kulturellem Niedergang, wenn man nur noch das
Natur-wissenschaftlich-materialistisch Erfassbare gelten lassen will. Wenn heute
allzu häufig auf nur einseitig materialistischer Basis gebaut wird und
Wohnungen, Schulen oder Arbeitsstätten auf dieser rationalen Grundlage
eingerichtet werden, dann braucht man sich über die bestehenden Verhältnisse
bezüglich Wohlergehen und Gesundheit nicht zu wundern.
Holz der wertvollste Baustoff
Bei einer objektiven Beurteilung aller Baustoffe nimmt Holz
ohne Zweifel den ersten Platz ein. Im einzelnen mögen andere Stoffe hier und da
besser abschneiden. Es kommt aber auf eine ganzheitliche Betrachtung an. Ein
umfassender Vergleich muss nicht nur sämtliche Technisch-technologischen und
wirtschaftlichen, sondern auch alle ästhetischen, sowie Biologisch-ökologischen
Vor- und Nachteile erfassen. Die letztgenannten Qualitäten sind sogar
entscheidend. Denn „ Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist
Alles nichts.“ (Schoppenhauer)
Bei einer demoskopischen Umfrage nannte die überwiegende
Zahl der Befragten Gesundheit an erster Stelle. Dies ist verständlich, wenn man
bedenkt, dass in den zivilisierten Ländern etwa 90 % der Bevölkerung körperlich,
geistig und /oder seelisch krank sind. Lässt sich nicht das, was die Römer
schon lehrten- „Gesunder Geist in gesundem Körper“ – umkehren und auch
auf den Haus-Körper anwenden? Schließlich verbringen wir über 90 % unserer
Lebensdauer in dieser Wohn-Umwelt. Sie sollte für unsere Gesundheit förderlich
und heilend sein. „Unsere Baustoffe sollen Heilstoffe sein“, so können wir
in Anlehnung An Paracelsus („Eure Nahrungsmittel sollen Heilmittel sein“)
fordern.
Der Baustoff Holz trägt dieser Bedingung in hohem Maße
Rechnung. Außer den beschriebenen ästhetischen Vorteilen hat er im Vergleich
zu gewissen konkurrierenden Materialien folgende hervorragenden biologisch-ökologischen
Eigenschaften und Wohnqualitäten:
1. Diffusionsfähigkeit
Als Wand und Deckenmaterial, als „dritte Haut“, erfüllt holz die
wichtigste Aufgabe einer Haut, die Atmungsfähigkeit. Es sorgt für
einen ununterbrochenen natürlichen Luftaustausch in Räumen; dies
Atmungsaktivität darf allerdings nicht mit Lacken oder Dampfsperren unterbunden werden. Pro Stunde benötigt eine Person unter
normalen Bedingungen etwa 60 cbm Frischluft. Das erfordert in der Regel einen
3-4- maligen Luftwechsel / Stunde. Nur bei genügend hoher
Frischluftversorgung fühlen wir uns Wohl, bleiben gesund und leistungsfähig.
Viele der modernen Baustoffe für die Umschließungsflächen
sind unter diesem Aspekt als sehr problematisch zu beurteilen, zumal heute
auch Fenster und Türen Relativ dicht abschließen. Berechnungen ergeben, dass
dabei nicht einmal ein einmaliger Luftwechsel je Stunde zustande kommt.
2. Hygroskopizität
Die Holzfeuchtigkeit steht mit dem Wasserdampfgehalt der
Raumluft stets im Gleichgewicht. Dies führt zu einer dämpfenden Regulierung
mit geringen Feuchteschwankungen.Das Niveau der Raumluftfeuchte wird infolge
der hygroskopischen Wirkung insgesamt, erhöht, denn es geht bei sich erhöhender
Luftfeuchte wenig Wasserdampf mit dem Luftaustausch oder durch Kondensation
verloren.
Selbst unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen kommt
es in Decken und Wände aus Holz zu keiner Schwitz- und Kondenswasserbildung,
weil im Porenraum, an der Großen inneren Oberfläche (bis ca. 200 qm/g Holz)
der Wassergehalt der Luft bis zur Dampfsättigung (1000 % rel. Luftfeucht)
dampfförmig absorbiert wird. Selbst bei Speicherung in flüssiger Form könnte
überschüssige Feuchtigkeit infolge der günstigen Diffusionseigenschaft des
Holzes an die Außen- oder Innenluft abgegeben werden, so dass es zu keinen
feuchtebedingten Bauschäden kommen kann. Voraussetzung dafür ist jedoch,
dass der Luftaustausch nicht – etwa durch Lacke oder Folien – behindert
ist.
3.Sorptionsfähigkeit
Von dem großen Porenraum des Holzes können schädliche Dämpfe
und Gase ab- oder adsorbiert werden. Die Luft wird beim Durchgang gefiltert
und gereinigt. Ähnlich wie die Wolle wirkt Holz entgiftend. Auch unangenehme
Gerüche verschwinden rasch, wenn ein Raum genügend große Flächen von
naturbelassenem Holz besitzt.
4. Angenehmer Geruch
Holz verbreitet einen angenehmen, erfrischenden Geruch. Selbst
in alten Holzhäusern wird die wohltuende Luftqualität geschätzt. Diese
Eigenschaft ist auf den Eigengeruch des Holzes sowie auf dessen Sorptionsfähigkeit
zurückzuführen. Wie häufig dagegen geben andere Baustoffe gesundheitsschädigende
und übelriechende Ausdunstungen ab.
5. Ionisation der Luft
Beim Durchgang von Luft durch eine Holzwand oder –decke
werden u.a. deren lebenswichtige Sauerstoffionen nicht gefiltert bzw. entladen
wie von stromleitenden Materialien oder von Isolierstoffen. In einem Holzhaus
ist die Luft angereichert mit Kleinionen, welche die schädlichen, aggressiven
Großionen aus Staub und Bakterien Entionisieren und dadurch die Luft
reinigen. In zahlreichen Untersuchungen wurde die gesundheitliche Bedeutung
der Luftionen nachgewiesen. Schließlich ist jede Zelle. Des Organismus ein
Dipol, in dem Ionen und Elektronen wandern und dessen Funktion Steuern; von
den über die Atmung und die Haut aufgenommenen elektrischen Impulsen ist der
geordnete Ablauf des Nerven-, Kreislauf-, Hormon- und Stoffwechselsystem abhängig.
6. Elektrisches Feld ohne elektrostatische Aufladung
Das luftelektrische Feld der freien Atmosphäre bricht an
Baustoffen mehr oder weniger zusammen. In Holzbauten ist es zwar gemindert,
aber es entsteht kein Nullfeld. Die Diffusion der Luft, verbunden mit einem
Ionendurchgang, hängt damit zusammen. Eine mit Ionen angereicherte Luft
bildet entsprechende Feldlinien aus. Sie können geordnet sein und von oben
(Pluspol) nach unten verlaufen (Minuspol) verlaufen, wie im Freien oder im
Holzhaus. Sie können aber auch ungeordnet sein, ihre Richtung umkehren,
unipolare Ionenwolken bzw. mehrere nach Stärke und Art unterschiedliche
Felder in einem Raum bilden; dann ist ihre Entstehung sekundär, nicht primär.
Das ist vor allem bei elektrostatisch aufgeladenen Flächen der Fall.
Bei oberflächlicher Betrachtung werden, diese entscheidenden Unterschiede
nicht berücksichtigt. Daher kommt man zu der lapidaren Behauptung, jedes Haus
sei ein Faraday` scher Käfig, wobei die gravierenden Abweichungen
verschwiegen werden. Nur bei ungeordneten, naturwidrigen Verhältnissen
hinsichtlich der Gleichstromrichtung, der Ionisation und der Aufladungen kommt
es zu dem rauen Elektroklima, das u.a. zur Nervosität, zu Kreislauf- und
Stoffwechselbeschwerden, Kopfschmerzen und Schlafstörungen führen kann.
Die Käfigwirkung lebensfremd, gebauter Häuser ist viel
umfassender als unter dem elektrophysikalischen Begriff Faraday-Käfig zum
Ausdruck kommt; nicht nur das ursprüngliche elektrische Gleichfeld wird
abgebaut, auch die Luftionisation wird völlig verändert, desgleichen die
elektromagnetischen Schwingungen und die Mikrowelleneinstrahlung aus dem
Kosmos und der Erde. Mit diesen sehr interessanten und schwerwiegenden Fragen
haben sich seit Jahrzehnten Forscher in aller Welt befasst; in letzter Zeit
haben besonders die Universitäten Saarbrücken, Wien, Graz, Heidelberg, Zürich
und München bedeutsame Forschungsvorhaben durchgeführt, die auf das Bauen
und Wohnen nicht ohne Einfluss bleiben werden.
7. Elektrische Halbleiter
Trockenes Holz ist ein schlechter Stromleiter. Es ist zwar
noch genügend leitfähig, um nicht elektrostatisch aufgeladen zu werden, aber
es leitet den Strom nicht wie Metalle; diese können in Häusern technische
elektromagnetische Felder (z. B. vom Hausstromnetz und von elektrischen Geräten)
verbreiten und Induktionsfelder bilden. 8. Durchlässigkeit für die kosmisch-terrestrische
Einstrahlung
Im Weltraum gibt es außer den allgemein bekannten
Gleichfeldern, magnetischen Feldern, niederfrequenten elektromagnetischen
Wechselfeldern, Licht-, Ultraviolett- und Infrarotstrahlen tausende weitere
unsichtbare Arten von Strahlen, Strömen und Feldern. In diesem Milieu hat
sich der Mensch seit Milliarden von Jahren entwickelt. Unter diesem natürlichen
Einfluss steht alles Leben ständig. Wachstum, Wohlbefinden und Gesundheit des
Menschen sind davon abhängig. Eine kurzfristige Anpassung an
Umweltbedingungen , die durch unsere Zivilisation mehr oder weniger stark verändert
wurden, ist unmöglich- auch nicht über Jahrzehnte hinaus, „die Natur macht
keine Sprünge“ (Linne).
So wie Lichtstrahlen durch Glas teils hindurchgehen, teils
reflektiert und teils absorbiert werden, so ist es auch mit den
verschiedenartigen Strahlungen (Mikrowellen) aus dem Kosmos und der Erden,
wenn sie auf feste, flüssige oder gasförmige Stoffe treffen. In Abhängigkeit
vom Baustoff werden sie in Ihrem Spektrum und in ihrer Stärke verändert.
Damit hängt auch die Eigenstrahlung eines jeden Stoffes zusammen. 9. Geringe radioaktive Strahlung
Aus der Erde und dem Kosmos sowie aus Baumaterialien werden
radioaktive Strahlungen und Emanationen in unterschiedlich großer
Konzentration abgegeben. Die mittlere natürliche Strahlenbelastung liegt bei
80 mr/Jahr. Im Holzhaus wurden 80 mr, im Betonbau dagegen 204 mr/Jahr
gemessen. Unter den Baustoffen haben Schlackenzement und synthetischer Gips
die höchste Radioaktivität. Holz absorbiert radioaktive Strahlen zum Teil. 10. Schallabsorption
Die angenehmen Klangeigenschaften von Holz sind von allen
Musikinstrumenten her bekannt. Auch im Holzhausbau wird die schalldämmende,
beruhigende, gedämpfte Atmosphäre, die von Holzbaustoffen ausgeht, sehr
geschätzt. Ganz anders die hellhörigen, schallenden Räume aus
Hartbaustoffen. Von diesen werden die Schallwellen der Luft reflektiert, von
Holz jedoch infolge seiner Porosität gedämpft. Mit zweischaligen Wänden und
Decken lässt sich auch der Körperschall bei einer Leichtbauweise mit
Holzbaustoffen genügend dämmen. Ähnlich wie auf Schallwellen hat Holz auch
auf Vibrationen einen dämpfenden Einfluss.
11. Positive Farbwirkung
Ei natürliche, stoffeigene Farbe des Holzes wirkt in ihrer
milden, meist orange-gelben Tönung warm und wohltuend auf den Menschen. Es
geht von der Holzfärbung weder ein langweiliger noch ein aufreizender Effekt
aus, wie dies bei sekundär, künstlicher Farbgebung oft der Fall ist. Mit
Holz kann man farblich nichts falsch machen. Wer sich mit Farbpsychologie
befasst hat, kennt diese bedeutsamen Unterschiede. Farben wirken aber nicht
nur psychologisch-subjektiv, ihr Einfluss auf den Menschen und ihre Wärmestrahlung
kann auch objektiv nachgewiesen werden.
12. Oberflächenwärme
Auf Grund hoher Porosität und daher geringer Wärmeleitfähigkeit
stehen Holzflächen mit der Raumlufttemperatur in einem relativ stabilen und
physiologisch angenehmen Wärme-Gleichgewicht. In idealer Weise erfüllen
solche Wände, Fußböden und Decken aus Holz die raumklimatische Forderung,
dass Luft- und Oberflächentemperaturen gleich hoch sein sollen und dass ein
Raum vorwiegend durch Strahlung erwärmt werden soll. Dann kommt man statt der
üblichen Überwärmung auf 24-25 Grad mit 18 – 20 Grad gut aus.
Der letztere Temperaturbereich ist der Gesundheit weitaus zuträglicher;
abgesehen davon ist eine bedeutende Reduktion an Heizkosten damit verbunden.
Wichtig ist die Temperaturangleichung von Raumluft und –Oberflächen auch
deshalb, weil dann weniger Luftzirkulation entsteht; davon aber sind nicht nur
schädliche Zuglufterscheinungen abhängig, sondern auch die Aufwirbelung von
Staub (einschließlich Krankheitskeimen) sowie die Bildung elektrostatischer
Luft- und Oberflächenendladungen. Bereits bei einer Differenz von 2 Grad
zwischen den Temperaturen der Raumluft und der Umschließungsflächen kommt es
zu Luftbewegungen von etwa 20 cm/s.
13. Wärmedämmung
Zu den günstigen thermischen Eigenschaften des Holzes gehört
auch dessen wärmedämmende Wirkung. Die Wärmeleitzahl von Holz liegt bei
0,16 kcl/m H grd; zum Vergleich: Kork hat einen Wert von 0,05 , Betonestrich
von ,65 und Stein bzw. Marmor von 3,0. Als fußwarm gilt ein Boden mit einer
Leitzahl von höchstens 0,2. Die Wärmeisolation ist bei Fußböden besonders
wichtig, weil sonst leicht Erkältungen, Rheuma, Erkrankungen der inneren
Organe usw. entstehen. 14. Hohe Elastizität
Bei gesundheitlicher Wertung von Baustoffen ist auch deren
elastisches Verhalten bedeutsam – besonders gilt dies im Hinblick auf Fußböden.
Ein harter unelastischer Boden führt zu Fußbeschwerden und zu raschen Ermüdung.
Bei einem federnden Holzboden ist dies nicht der Fall. Besonders in Räumen,
in denen Personen, viel gehen und stehen müssen (Arbeitsplätze, Küchen),
sollte darauf geachtet werden. Sehr vorteilhaft verhält sich Holz auch bei Stößen;
es verursacht weniger Verletzungen, was besonders für Kinder von Bedeutung
ist.
15. Keine Umweltprobleme verursachend
Holz ist niemals problematisch
Auf biologische Abläufe im Organismus können solche Störungen sehr negativ
und stressartig wirken.
Besonders naturfremde Materialien können deshalb eine disharmonische,
unphysiologische Strahlungsatmosphäre verbreiten. Damit in einem Haus das natürliche
Strahlungsklima der freien Atmosphäre nicht unwesentlich verändert wird, ist
es vor allem von Vorteil, die Geschossdecken als Holzkonstruktion zu fertigen.
Auch von dieser Sicht her muss man die biologische Wirkung der Baustoffe und
Bauten bewerten; eine einseitige Betrachtung ist irreführend.
Die gesundheitlichen Schäden nehmen bekanntlich mit der Strahlendosis zu. Da
sie sich meist erst nach vielen Jahren in Form chronischer Leiden äußern,
wird die Ursache im allgemeinen nicht beachtet. Der menschliche Organismus
speichert die radioaktiven Stoffe. Wichtig dabei ist die Tatsache, dass es
keine unbedenkliche Toleranzdosis gibt; die Gefährlichkeit beginnt bei Null.
Deshalb hat unter anderem auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
gefordert, jede Erhöhung der Radioaktivität zu vermeiden.
Nach Prof. Sievert, Direktor des Instituts für Radiophysik in Stockholm, ist
im Vergleich mit anderen Hauptbaustoffen nur Holz einwandfrei und gut
geeignetem, wirksamen Schutz gegen gesundheitliche Schädigungen durch
radioaktive Strahlungen zu gewähren.
In einem Holzhaus kommt es zu einem natürlichen Klimaausgleich. Es geht
relativ wenig Wärme verloren, und bei Abkühlung lässt sich ein Raum in
kurzer Zeit wieder aufwärmen. Auf eine ununterbrochene kostspielige
Dauerbeheizung mit monotonem, physiologisch ungünstigem Klima kann hier
verzichtet werden.
-
Bei seiner Entstehung wird das Klima verbessert (Sauerstoff-Zunahme, Abnahme von Kohlendioxid, Erhöhung der Luftfeuchte, Filterung der Luft)- Die Be- und Verarbeitung geschieht mit vergleichsweise geringem Energieverbrauch und ohne gesundheitliche Belastung;
- Als Erzeugnis zur praktischen Anwendung u.a. im Bauwesen hat Holz, wie dargelegt wurde, nur positive biologisch-ästhetische Eigenschaften;
- Nachdem es schließlich ausgedient hat, lässt es sich häufig durch Neuberarbeitung noch weiter verwenden.
- Zuletzt kann es als Brennholz oder zur Kompostierung genommen werden, ohne das die Luft oder das Grundwasser verseucht werden.
Grundsätzlich verursacht Holz keine sozialen Folgelasten!!!!!!!!!!
Auf
ganzheitliche Betrachtung kommt es an
Was ist ein Baustoff letztlich wert, der in einzelnen
physikalischen oder wirtschaftlichen Eigenschaften das Holz zu übertreffen
vermag, aber in der allein sinnvollen, umfassenden Beurteilung unter Einschluss
vor allem der biologischen Faktoren versagt ?
Wenn in der vorliegenden Betrachtung nur die biologische und
ästhetischen Vorteile des Holzes analysiert wurden, so besagt das keineswegs,
dass es nicht auch überragende wirtschaftliche und technisch-technologische
Vorteile besitzt.
Es ist nicht übertrieben, Holz als wertvollsten Baustoff in
Erinnerung zu rufen. Das gilt gerade für das moderne Bauwesen, bei dem auf
gesundheitliche und soziale Aspekte viel zu wenig Rücksicht genommen
wird.
In diesem Beitrag konnten die wichtigsten biologischen
Eigenschaften nur kurz dargestellt werden. Eine Reihe von Vorteilen, wie Möglichkeit
des Trockenbauens, günstige Mikroflora und Mikrofauna am holz und noch
wenig erforschte Gebiete bleiben unerwähnt. Es konnte auch nicht kritisch
Stellung genommen werden zu den baubiologisch schwerwiegenden Fragen des
Holzschutzes oder der Oberflächenbehandlung. Wer mehr darüber erfahren will,
sei auf das Studium der einschlägigen Literatur (siehe Verzeichnis) verwiesen.
Die Wirtschaft- Holzindustrie, Forstwirtschaft, Holzhandwerk
und Holzhandel – sollten allmählich die Konsequenzen ziehen und sich – auch
im eigenen Interesse – viel mehr die baubiologischen Erkenntnisse für ihre
Beratung, Werbung und Anwendung zunutzte machen !! Wir wissen noch viel zu wenig
zu würdigen, in Holz einen unübertroffenen, zeitlos-modernen und zugleich den
gesündesten Bau- und Werkstoff zu vertreten.
Die Wissenschaft müsste sich eingehender mit der
baubiologischen Forschung befassen. Kaum ein Anliegen der Menschheit ist so
wichtig und aktuell, wie der Umwelt- und Lebensschutz. Unsere nächste Umwelt
aber sind Wohnungen und Arbeitsplatz; diese Umwelt ist heute am meisten geschädigt.
Prof. Dr. Anton Schneider